Ballaststoffe in der Tiernahrung

29.08.2020 11:56

Katzen und Hunde sind nicht in der Lage Ballaststoffe im Futter direkt zu verwerten. Sie sind jedoch trotzdem notwendig, um eine korrekte Darmpassage zu gewährleisten und helfen so Durchfall oder Verstopfung vorzubeugen.

Die Rolle der Ballaststoffe bei der Regulierung der Darmfunktion ist allgemein bekannt. Lösliche Ballaststoffe (Hemicellulose, Kautschuk, Pektin, Oligofruktose) fördern das Wachstum einer gesunden Mikroflora, die nichtlöslichen Ballaststoffe (Cellulose und Lignin) dagegen fördern die Darmmotilität (= Bewegungsfähigkeit des Darms).
 

Beispiele von Ballaststoffen die auch in Tierneahrung vorkommen können:


Fruchtfleisch der Roten Bete

Ein mäßig fermentierbarer (= zersetzbarer) Pflanzenfaserstoff, der in der Mikroflora des Kolon abgebaut wird. Durch seine Fermentierung entstehen kurzkettige Fettsäuren (Acetat, Propionat und Butyrat), die eine wichtige Energiequelle für die Darmzellen bilden.
Der Nutzen dieses Faserstoffes wurde durch verschiedene Studien belegt.
Das Fruchtfleisch der Roten Bete zeichnet sich durch ein gutes Gleichgewicht zwischen löslichen und nichtlöslichen Anteilen aus. Es erleichtert daher die Bildung von kurzkettigen Fettsäuren und hat eine hohe Wasserspeicherkapazität.



Chicoree

Der Chicoree (Zichorie/Wegwarte) ist ein guter Lieferant von Inulin und F.O.S. (Fructooligosaccharide): Diese gehören zur großen Gruppe der pflanzlichen Faserstoffe, die nicht vom Darm aufgenommen werden. Sie helfen beim Wiederaufbau der Darmflora (Prebiotika).
Die Kombination von Inulin und anderen nicht assimilierbaren Pflanzenfaserstoffen, z. B. Leinsamen, fördert eine geregelte Darmfunktion mit wasserreichem und demzufolge weicherem und leichter ausscheidbarem Kot. Diese Zusammensetzung wirkt sich sowohl beim Welpen als auch beim ausgewachsenen Hund vorteilhaft aus.
Eine neue Studie hat erwiesen, dass Inulin die Aufnahme von Kalzium im Darm und seine Einlagerung im Knochen fördert und somit hilft, Osteoporose vorzubeugen. Die gleiche Studie bestätigt, dass Inulin die Aufnahme von Eisen und Vitaminen im Darm nicht reduziert.



Erbsen

Die Faserstoffe der Erbse sind in der Lage fünfmal so viel Wasser und zweimal so viel Öl als ihr Eigengewicht zu speichern. Dies verbessert die Kotkonsistenz und wirkt Verdauungsstörungen entgegen.
Die Erbse wird einem Zermahlungsprozess (Mikronisierung) unterzogen, um auf diese Weise ihre Wasserspeicherkapazität zu erhöhen.



Leinsamen

Leinsamen finden Verwendung als Ballaststofflieferant. Der Anteil der Ballaststoffe beträgt 27% in ausgezeichneter Qualität.