Die Bedeutung der Katzen-Fellpflege

29.08.2020 12:24

An den Pfoten lecken, am Fell knabbern und Gesicht putzen. Die Reinigungsrituale der Stubentiger sind vielfältig und können mitunter stundenlang andauern. Dabei ist das wichtigste Putzwerkzeug die raue Zunge und mit ihren kleinen, nach hinten gerichteten Zäpfchen stellen sie Waschlappen und Bürste zugleich dar.

Das ausgeprägte Putzverhalten unserer Katzen ist aber nicht etwa ein angeborener Reinigungsfimmel, sondern eine lebenswichtige Pflegemaßnahme. Denn ein gut gepflegtes Fell schützt vor Kälte und Nässe.
 

Nicht nur ein perfekter Look

Bei der ausführlichen Komplettwäsche aktiviert die Katzenzunge durch das Lecken ein wahres körpereigenes Wellnessprogramm:
 

  • Talgdrüsen
    Die an den Haarwurzeln befindlichen Talgdrüsen werden angeregt Fett abzusondern, das beim Putzen über das Fell verteilt wird. Wie eine Imprägnierung wirkt es wasserabweisend und sorgt für ein geschmeidig glänzendes Fell.
  • Durchblutung der Haut
    Einer Massage gleich kommt das Lecken und Knabbern am Fell, da dadurch die Durchblutung der Haut gefördert wird.
  • Abkühlung
    Bei sommerlich heißen Temperaturen wird das Fell mit Speichel benetzt, die nun entstehende Verdunstungskälte verschafft dem Tier eine Abkühlung und schützt den Körper vor Überhitzung.
  • Konfliktsituationen
    Bei eher unangenehmen Situationen ( beispielsweise Angst, Nervosität oder Lärm ) setzt die Katze zur Putzaktion an und leckt sich über Brust, Pfoten oder Flanken. Dieses Verhalten wird auch als Übersprunghandlung bezeichnet. Die Samtpfote versucht so, den für sie unerfreulichen Konflikt zu unterbrechen und ihre eigene Spannung abzubauen.
  • Freundschaft
    Durch das gegenseitige Putzen zweier Katzenkumpels wird neben dem Effekt der Fellpflege die gegenseitige Freundschaft gepflegt. Ebenso wirkt sie beruhigend und vertrauensfördernd in einem.

Menschliche Hilfestellung

Egal ob Kurzhaar- oder Langhaarkatze, unbestritten gehört auch der Mensch als wichtiges, unterstützendes Pflegepersonal zum Reinigungsprozedere dazu. Wer sein kleines Kätzchen bereits in jungen Jahren an gewisse Rituale wie Kämmen, Kontrolle der Pfoten, Ohren, Augen oder Zähne gewöhnt hat, trägt nicht nur dazu bei, dass das Tier fit und gesund bleibt, sondern wird die Pflegeeinheit auch in Verbindung mit einer ausgiebigen Schmusestunde nutzen können. Denn Streicheln und Kraulen gibt dem Stubentiger ein körperliches wie auch seelisches Wohlbefinden.
 
 

Kurzhaarkatzen

In der Regel benötigen Kurzhaarkatzen bei der Fellpflege nur wenig menschliche Hilfe. Doch ein- bis zweimal in der Woche ist das sanfte Durchkämmen auch bei ihnen empfehlenswert. Mit einer Noppenbürste oder einfach mit angefeuchteten Händen werden abschließend die losen Haare entfernt.

Langhaarkatzen

Langhaarige Katzen (zB. Perser, Maine Coon, Angorakatzen, etc.) hingegen sind auf eine regelmäßige Unterstützung bei der Fellpflege angewiesen, da ihre dichte Unterwolle sonst komplett verfilzen würde. Tägliches Kämmen und Bürsten ist hier notwendig, um das Haarkleid in Schuss zu halten. Vernachlässigt man die Fellpflege, kann es zu extremer Knotenbildung kommen, die oft nur noch durch einen Radikalschnitt zu beheben ist.

 
 

Richtig kämmen und bürsten

Sie sollten niemals gegen den Fellstrich kämmen, das empfinden die Tiere als äußerst unangenehm! In Wuchsrichtung des Fells wird am Kopf der Katze begonnen, weiter über die Flanken, Schwanz und Beine. Zu guter Letzt folgt dann die empfindliche Bauchunterseite. Einige Katzen sträuben sich hier, andere hingegen legen sich sogar extra auf den Rücken und genießen die Pflege. Das hängt vom Charakter der Katze ab und ob Sie die regelmäßige Pflege gewohnt sind. Wichtig ist, dass bei der Ganzkörperpflege eine angenehme Atmosphäre herrscht und die Ansprache des Menschen mit dem Tier leise und beruhigend erfolgt!